10. März 2026 1210 Wörter 7 Min. Lesezeit

ZIP Screen Technik Windfestigkeit

Senkrechtmarkise Windklasse ZIP Screen vs Markise g_tot Wert Sonnenschutz Soltis Screen

ZIP-Screens & Senkrechtmarkisen — Technik, Windfestigkeit & Energieeffizienz

z-LOCK/Keder-Technik

  • Halbreißverschluss (Zipper) dauerhaft an Tuchrändern angeschweißt/vernäht
  • Gleitet in Kunststoff-Gegenlager (Keder) in der Alu-Führungsschiene
  • Resultiert in lückenloser, spaltfreier Verbindung, extreme Tuchspannung, kein Flattern
  • Windklasse (DIN EN 13561)

  • Standard ZIP-Screens: Windwiderstandsklasse 3 (bis 49 km/h)
  • Premium-Systeme: Klasse 6, halten 120–145 km/h stand
  • Zum Vergleich: Gelenkarm-Markisen erreichen nur Klasse 1-2 (bis 38 km/h)
  • Verwendete Stoffe

  • Soltis: Vorgerecktes Polyester mit PVC-Beschichtung (z.B. Soltis 92)
  • Glasfaserscreens: PVC-ummantelte Glasfasergarne
  • Acrylgewebe: Spinngefärbt, UV-beständig
  • g_tot-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad nach EN 14501)

  • Skala 0–1; je niedriger, desto besser der Wärmeschutz
  • Premium-Screens (Soltis 92): exzellente g_tot-Werte von 0,05 bis 0,12
  • Blockieren bis zu 97% der einfallenden Sonnenwärme VOR dem Glas
  • ZIP-Screen vs. Gelenkarm-Markise

    | | ZIP-Screen | Gelenkarm-Markise | |---|---|---| | Führung | Allseitig straff in Schiene | Freischwebend | | Windklasse | Bis Klasse 6 (145 km/h) | Klasse 1-2 (38 km/h) | | Seitlicher Abschluss | Spaltfrei (= Insektenschutz) | Lichtspalt, kein Abschluss | | Regen | Wasserabweisend | Bildet Wassersäcke | | Fassade | Auch für mehrstöckig | Nur horizontale Beschattung |

    Technische Spezifikationen: ZIP-Screen-Systeme

    z-LOCK/Keder-Fuehrung — Konstruktionsdetails

  • Keder-Material: Hochfester Kunststoff (POM oder Polyamid), UV-stabilisiert
  • Keder-Durchmesser: 5–7 mm (je nach Hersteller)
  • Fuehrungsschiene: Aluminium EN AW-6060, eloxiert oder pulverbeschichtet
  • Schienenprofil: C-Profil mit innenliegendem Gleitkanal, Breite 35–55 mm
  • Tuchspannung: Durch Zugfeder im Fallprofil, typisch 3–8 kg Zugkraft
  • Spaltfreiheit: < 1 mm zwischen Keder und Schiene (effektiver Insektenschutz)
  • Abmessungen und Grenzen

  • Maximale Breite: bis 6.000 mm (Einzelanlage)
  • Maximale Hoehe: bis 5.000 mm (abhaengig von Tuchgewicht und Windklasse)
  • Maximale Flaeche: bis 24 m² (Premium-Systeme), bis 18 m² (Standard)
  • Kassette (Einlaufkasten): Hoehe 100–130 mm, Tiefe 100–120 mm
  • Fuehrungsschiene Tiefe: 40–55 mm (an Wand oder Pfosten montiert)
  • Windwiderstandsklassen nach DIN EN 13561

    | Klasse | Max. Windgeschwindigkeit | Windstaerke (Beaufort) | Typischer Einsatz | |---|---|---|---| | 0 | Nicht geprueft | — | Nur innen | | 1 | bis 28 km/h | 4 Bft | Einfache Markisen | | 2 | bis 38 km/h | 5 Bft | Gelenkarm-Markisen | | 3 | bis 49 km/h | 6 Bft | Standard-ZIP-Screens | | 4 | bis 62 km/h | 7 Bft | Verstaerkte Screens | | 5 | bis 88 km/h | 9 Bft | Premium-Screens | | 6 | > 88 km/h | > 9 Bft | High-End (bis 145 km/h) |

    Gewebetypen — Technische Kennwerte

    Soltis 92 (Serge Ferrari)
  • Material: Vorgerecktes Polyester mit PVC-Beschichtung
  • Flaechengewicht: 390–530 g/m²
  • Lichttransmission: 1–14 % (je nach Farbe)
  • g_tot-Wert: 0,05–0,12 (in Kombination mit Isolierverglasung)
  • UV-Blockierung: > 95 %
  • Brandklasse: B1 (schwerentflammbar) nach DIN 4102
  • Glasfaserscreen (z. B. Screen Textiles)
  • Material: PVC-ummantelte Glasfasergarne
  • Flaechengewicht: 300–500 g/m²
  • Oeffnungsfaktor: 1–10 % (Durchsicht von innen nach aussen)
  • Dimensionsstabilitaet: < 0,5 % Laengenaenderung bei Temperaturwechsel
  • Vorteil: Keine thermische Laengenaenderung wie bei Polyester
  • Energieeffizienz — Messwerte

  • g_tot = 0,05: 95 % der Sonnenwärme wird VOR dem Glas abgeblockt
  • Energieeinsparung Kuehlung: bis 30 % gegenueber innenliegendem Sonnenschutz
  • fc-Wert (Abminderungsfaktor): Premium-Screens erreichen fc = 0,10–0,15 (DIN 4108-2)
  • Praxistipps: ZIP-Screens richtig auswaehlen und nutzen

    Die richtige Gewebewahl

    Soltis 92 vs. Glasfaserscreen — Wann was?
  • Soltis 92: Beste Wahl fuer maximalen Waermeschutz (g_tot bis 0,05). Ideal fuer suedwestseitige Verglasungen und Wintergaerten. In dunklen Farben (Anthrazit, Schwarz) bietet es gute Durchsicht von innen nach aussen bei hohem Blendschutz.
  • Glasfaserscreen: Dimensionsstabiler bei Temperaturwechsel, daher fuer grosse Flaechen (> 4 m Hoehe) besser geeignet. Leicht hoehere Lichtdurchlaessigkeit fuer Raeume, die nicht komplett verdunkelt werden sollen.
  • Oeffnungsfaktor verstehen:
    Der Oeffnungsfaktor (1 %, 3 %, 5 %, 10 %) bestimmt die Durchsicht. 1 % = fast blickdicht, ideal fuer Schlafzimmer. 5 % = gute Balance aus Sichtschutz und Aussicht. 10 % = maximale Durchsicht, aber weniger Sonnenschutz. Fuer Terrassen empfehlen sich 3–5 %.

    Installation — Kritische Punkte

    1. Fuehrungsschienen exakt lotrecht montieren
    Schon 3 mm Abweichung auf 3 m Hoehe fuehren dazu, dass der Keder in der Schiene klemmt. Verwenden Sie eine Laserwasserwaage und pruefen Sie beide Schienen unabhaengig voneinander. Bei WDVS-Fassaden: thermisch getrennte Befestigung (Fischer Thermax) verwenden.

    2. Kassette oberhalb der Verglasung platzieren
    Die Kassette muss so positioniert sein, dass das Tuch VOR der Glasflaeche herunterlaeuft — nicht dahinter. Nur so wird die Sonnenstrahlung abgefangen, bevor sie das Glas erwaermt. Innenliegender Sonnenschutz ist energetisch um 30–50 % weniger wirksam.

    3. Elektrik bei Neubau mitzuplanen
    Pro ZIP-Screen ein eigenes Kabel (NYM 3 x 1,5 mm²) bis zur Kassettenposition verlegen. Bei Nachruestung: Kabelkanal an der Aussenwand oder verdeckte Verlegung hinter der Fuehrungsschiene.

    Pflege und Lebensdauer

  • Tuch reinigen: 2x jaehrlich mit lauwarmem Wasser und weicher Buerste. Keine Hochdruckreiniger — sie beschaedigen die PVC-Beschichtung
  • Fuehrungsschienen: Halbjährlich mit feuchtem Tuch auswischen, Sand und Blaetter entfernen
  • Keder pruefen: Alle 2 Jahre auf Verschleiss pruefen. Verhaertete oder eingerissene Keder fuehren zum Herausspringen des Tuchs bei Wind
  • Federspannung: Bei nachlassender Tuchspannung (Tuch haengt im unteren Bereich durch) die Zugfeder vom Fachbetrieb nachstellen lassen
  • ZIP-Screen vs. Gelenkarm-Markise — Entscheidungshilfe

    Waehlen Sie einen ZIP-Screen wenn:
  • Die Terrasse wind-exponiert liegt (Windklasse 3–6 noetig)
  • Seitlicher Sichtschutz und Insektenschutz gewuenscht sind
  • Das Lamellendach bei Regen offen bleiben soll (ZIP-Screen als Seitenschutz)
  • Mehrstoeckige Fassadenbeschattung erforderlich ist
  • Eine Gelenkarm-Markise reicht wenn:
  • Nur horizontale Beschattung benoetigt wird (Balkon, kleine Terrasse)
  • Die Lage windgeschuetzt ist
  • Das Budget begrenzt ist (Gelenkarm-Markisen kosten 30–50 % weniger)
  • Quellen & Referenzen

    • Begriffserklärung ZIP-Technologie - Döppner
    • Technischer Forschungsbericht ZIP-Screen-Systeme
    • ROMA zipSCREEN.2
    • EN 14501 Prüfung
    • Soltis Perform 92
    • Markise Test Netzvergleich

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