10. März 2026 1320 Wörter 7 Min. Lesezeit

Schneelast Lamellendach Statik

Windlast Terrassenüberdachung Statik Pergola Aluminium Schneelastzonen Deutschland

Schneelast, Windlast & Statik bei Premium-Lamellendächern

Schneelastzonen Deutschland

  • Zone 1: ≥ 0,65 kN/m²
  • Zone 1a: ≥ 0,81 kN/m²
  • Zone 2: ≥ 0,85 kN/m²
  • Zone 2a: ≥ 1,06 kN/m²
  • Zone 3: ≥ 1,10 kN/m²
  • Berechnung der Schneelast am Boden (sk) erfolgt formelbasiert unter Einbeziehung der lokalen Geländehöhe über NN
  • Traglasten Premium-Dächer

  • Standard-Premium: bis zu 200 kg/m² (Renson Camargue, Weinor Artares)
  • Verstärkte Systeme: 400–450 kg/m² (Apexx Bau)
  • Windlastzonen Deutschland

  • Zone 1: 22,5 m/s / 0,32 kN/m²
  • Zone 2: 25,0 m/s / 0,39 kN/m²
  • Zone 3: 27,5 m/s / 0,47 kN/m²
  • Zone 4: 30,0 m/s / 0,56 kN/m²
  • Premium-Lamellendächer: bis 160 km/h (geschlossen), 120 km/h (Lamellen geöffnet)
  • Material & Konstruktion

  • Legierung: EN AW-6060 (AlMgSi0,5) oder 6063-T6
  • Profilwandstärken Premium: 2,5–5 mm (tragende Dachsparren)
  • Billig-Bausätze: nur 1,4–2,0 mm Wandstärke
  • Durchbiegungsgrenze: L/200
  • Bei Spannweiten > 4,5 m: innenliegende Stahlprofile zur Verstärkung
  • Relevante Normen

  • DIN EN 1991-1-3 (Eurocode 1): Schneelastermittlung
  • DIN EN 1991-1-4 (Eurocode 1): Windlastermittlung
  • DIN EN 1999 (Eurocode 9): Bemessung Aluminiumtragwerke
  • DIN EN 1090-3: Herstellung Aluminiumtragwerke (Zertifizierungspflicht)
  • Premium vs. Billig-Bausatz

  • Billig-Bausätze: nur ~60 kg/m² Schneebelastbarkeit
  • Keine prüffähige Typenstatik → Verlust Versicherungsschutz im Schadensfall
  • Premium: objektspezifische Statikberechnung nach Eurocodes und lokalen Lastzonen
  • Häufigste statische Montagefehler

    1. Unzureichende Wandverankerung an WDVS ohne thermisch getrennte Schwerlastanker (Fischer Thermax) → Versagen durch Wind-/Sogkräfte 2. Fehlende/unterdimensionierte Fundamente → halten Auftriebskräften bei Sturm nicht stand 3. Nachträgliche Verglasung ohne Statikprüfung → vergrößerte Windangriffsfläche + Glasgewicht überlasten Bestandskonstruktion

    Technische Spezifikationen: Schneelast, Windlast & Statik Lamellendach

    Schneelastberechnung nach DIN EN 1991-1-3

  • Formel Schneelast am Boden (sk): sk = 0,19 + 0,91 * ((A + 140) / 760)² [kN/m²] (Zone 1/1a)
  • Formbeiwert (mi): Flachdach 0 bis 30 Grad: mi = 0,8; bei Lamellendaechern im geoeffneten Zustand: mi ≈ 0 (Schnee faellt durch)
  • Schneelast auf dem Dach (s): s = mi * Ce * Ct * sk (Ce = Expositionsbeiwert, Ct = Waermebeiwert)
  • Sicherheitsbeiwert (gamma): 1,5 fuer Schneelast als veraenderliche Einwirkung
  • Windlastberechnung nach DIN EN 1991-1-4

  • Basisgeschwindigkeitsdruck (qb): Zone 1: 0,32 kN/m², Zone 2: 0,39 kN/m², Zone 3: 0,47 kN/m², Zone 4: 0,56 kN/m²
  • Boeengeschwindigkeitsdruck (qp): Abhaengig von Gelaendekategorie (I bis IV) und Hoehe ueber Gelaende
  • Aerodynamische Beiwerte Lamellendach: cp,net = -1,2 bis +0,8 (Sog- und Druckbeiwerte, abhaengig von Lamellenstellung)
  • Sicherheitsbeiwert Wind: 1,5 fuer Windlast als veraenderliche Einwirkung
  • Profilspezifikationen nach Leistungsklasse

    Premium-Lamellendach (Apexx-Bau-Klasse)
  • Haupttraeger: EN AW-6060-T66, Querschnitt 200 x 100 mm, Wandstaerke 3,0–5,0 mm
  • Lamellen: EN AW-6060-T66, Breite 180–250 mm, Wandstaerke 1,5–2,5 mm
  • Innenliegende Stahlverstaerkung (S235JR) bei Spannweiten > 4,5 m
  • Maximale Spannweite ohne Mittelstuetze: bis 7,0 m (mit Stahleinlage)
  • Schneelast: bis 450 kg/m² (= 4,5 kN/m²)
  • Windlast: bis 160 km/h (geschlossen), 120 km/h (geoeffnet)
  • Standard-Markensystem (z. B. Renson Camargue)
  • Haupttraeger: 150 x 80 mm, Wandstaerke 2,5–3,0 mm
  • Maximale Spannweite: bis 6,0 m
  • Schneelast: bis 200 kg/m² (= 2,0 kN/m²)
  • Windlast: bis 130 km/h
  • Billig-Bausatz
  • Wandstaerke: 1,4–2,0 mm
  • Schneelast: nur ca. 60 kg/m² (= 0,6 kN/m²)
  • Keine prueffaehige Typenstatik
  • Keine DIN EN 1090-3 Zertifizierung
  • Durchbiegungsgrenzen nach Eurocode 9

  • Traeger: L/200 (bei 5 m Spannweite = max. 25 mm Durchbiegung)
  • Lamellen: L/150 (bei 4 m Lamellenlaenge = max. 27 mm)
  • Glasauflager: L/200 (kritisch fuer Dichtigkeit der Verglasung)
  • DIN EN 1090-3 Zertifizierung

  • Pflicht fuer: Alle tragenden Aluminiumkonstruktionen im Bauwesen
  • Ausfuehrungsklasse EXC2: Standard fuer Terrassenueberdachungen
  • Werkseigene Produktionskontrolle (WPK): Dokumentierte Schweiss- und Fertigungsprozesse
  • Konsequenz ohne Zertifizierung: Konstruktion ist baurechtlich nicht zulassungsfaehig
  • Praxistipps: Statik bei Lamellendaechern richtig einschaetzen

    Schneelast fuer Ihren Standort ermitteln

    Schritt 1: Schneelastzone bestimmen
    Die Schneelastzone Ihres Standorts finden Sie in der DIN EN 1991-1-3 NA (Nationaler Anhang) oder auf den Schneelastkarten des Deutschen Instituts fuer Normung. Viele Bauaemter geben die Zone auf Anfrage telefonisch durch.

    Schritt 2: Gelaendehoehe beruecksichtigen
    Die Schneelast steigt mit der Hoehe ueber NN ueberproportional an. Ein Standort auf 600 m in Zone 2 hat eine deutlich hoehere Schneelast als derselbe Standort auf 200 m. Lassen Sie die genaue Berechnung vom Statiker durchfuehren.

    Schritt 3: Formbeiwert beachten
    Lamellendaecher haben einen entscheidenden Vorteil: Bei geoeffneten Lamellen faellt der Schnee durch. Die automatische Steuerung kann bei Schneefall die Lamellen oeffnen (Schneesensor). Dennoch muss die Statik den geschlossenen Zustand bei voller Schneelast abdecken — denn bei Stromausfall oder Sensordefekt bleiben die Lamellen geschlossen.

    Windlast — Das unterschaetzte Risiko

    Sogkraefte sind gefaehrlicher als Druck:
    Bei Sturm entstehen auf der Dachoberseite erhebliche Sogkraefte, die das Dach nach oben ziehen. Die Verankerung in Wand und Fundament muss diese Zugkraefte aufnehmen. Ein Lamellendach mit 20 m² Flaeche kann bei Windzone 3 Sogkraefte von ueber 9 kN (ca. 900 kg) erzeugen.

    Nachtraegliche Verglasung veraendert die Statik:
    Wer seitliche Glasschiebewande nachruestet, veraendert die aerodynamischen Beiwerte erheblich. Eine offene Konstruktion mit Durchzug wird zur geschlossenen Flaeche — die Windangriffflaeche vervielfacht sich. Lassen Sie die Statik VOR der Nachruestung neu berechnen.

    Premium vs. Billig-Bausatz — Faktencheck

    | Kriterium | Premium | Billig-Bausatz |
    |---|---|---|
    | Schneelast | 200–450 kg/m² | ca. 60 kg/m² |
    | Wandstaerke | 2,5–5,0 mm | 1,4–2,0 mm |
    | Statiknachweis | Objektspezifisch nach Eurocode | Keine prueffaehige Statik |
    | DIN EN 1090-3 | Zertifiziert | Nicht vorhanden |
    | Versicherungsschutz | Gewaehrleistet | Verweigert im Schadensfall |

    Achtung Versicherung: Ohne prueffaehige Typenstatik und DIN-EN-1090-3-Zertifizierung kann die Gebaeudeversicherung im Schadensfall die Leistung verweigern. Das gilt auch fuer Folgeschaeden am Haus.

    Checkliste Statik

  • [ ] Schneelastzone und Windlastzone fuer Ihren Standort ermitteln
  • [ ] Objektspezifische Statikberechnung vom Anbieter anfordern (nicht nur Typenstatik)
  • [ ] DIN EN 1090-3 Zertifikat des Herstellers pruefen
  • [ ] Fundamentdimensionierung auf Zugkraefte (Windsog) auslegen lassen
  • [ ] Bei Spannweiten > 4,5 m: Stahlverstaerkung oder Mittelstuetze einplanen
  • [ ] Statiknachweis fuer die Gebaeudeversicherung aufbewahren
  • Quellen & Referenzen

    • Pergola für Garten/Terrasse günstig kaufen bei empasa
    • Technisches Regelwerk und Marktdatenanalyse
    • CAMARGUE - Renson
    • Apexx Bau Marken-Intelligenz.pdf
    • Artares Das weinor Lamellendach
    • Aluminiumlegierung AlMgSi0,5 - Alufritze
    • DIN EN 1090 im Wintergartenbau
    • Terrassenüberdachung Branchendaten.pdf

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